Die Internetseite World Business hat einen interessanten Artikel veröffentlicht, in dem es darum geht, dass man zukünftig vielleicht Google Analytics ausschalten kann.
Mit Google Analytics fahren viele Webseiten entsprechende Analysen über die Besucher und deren Aktionen. So läßt sich erkennen, wann, von wo die Seiten aufgerufen wurden und welche Aktionen auf den Webseiten vorgenommen worden sind. Das tägliche Handwerkszeug für alle Seiteninhaber, so kann man gezielt auf die Wünsche der Besucher eingehen, in dem man analysiert, was sie wollen.
Während die einen nun schon laut schreien und die IP Adresse eines Benutzers im Web als personenbezogene Daten sehen und man dürfe sowas ja gar nicht aufzeichnen, ist das Instrument zur Auswertung der Besucher auf einer Seite in der Regel nichts schlimmes und auch nicht einem bestimmten Benutzer nicht zuordbar. Aber essentiell wichtig für jeden, der eine Seite besitzt und mehr damit macht als belangloses Zeug zu schreiben.
Wichtig ist natürlich die generelle Frage, ob eine IP Adresse eine personenbezogene Information ist oder nicht. Mit dieser Thematik haben sich schon viele Gerichte beschäftigt und unterschiedliche Urteile generiert. Beispielhaft hat Heise diese Daten von 2008 noch auf den Seiten zum nachlesen.
Ich will hier gar nicht die Lösung beschreiben oder eine Position beziehen. Wenn man aber diese Thematik einmal genauer beobachtet, dann habe ich das Gefühl, dass viele Personen mal wieder einiges an dem Thema nicht verstanden haben. Damit meine ich gerade viele Personen, die sich über solche Themen aufregen. Besonders weit vorne weg rennen gerne bestimmte Politiker oder übertriebene Datenschützer.
Wenn ich natürlich jede Internettechnologie ohne Hinterfragung nutze, nicht weiß was Javascript ist und auch nicht wie Cookies funktionieren, dann darf ich mich eigentlich auch nicht hinstellen und mich beschweren, wenn es um Datenschutz geht. Es gibt mittlerweile sehr viele und gute Anonymisierungsdienste im Internet (JAP, Tor, als Beispiele) die einer Webseite, die Daten aufzeichnet, nicht die richtigen Daten herausrückt.
So kann ich heute ohne Probleme mit einer entsprechenden Browser / Addon Kombination surfen und Google Analytic hat keinerlei die Chance mich zu verfolgen. Auch dazu muss man natürlich wissen, dass sich Google Analytics JavaScript bedient und von welchen Quellen diese Daten abgerufen werden. Schon klar, aber das ist Arbeit. Es ist ja auch um sovieles einfacher einfach zu sagen "Google ist böse", "Google trackt uns" und der gleichen Kommentare wo mir echt schlecht wird.
Ich persönlich habe mal wieder das Gefühl, dass dieses genau von den Leuten kommt, die auch nicht merken und verstehen, wie Sie anderen Personen Geld durch Affiliateprogramme in die Taschen spülen und glauben jeder Amazonlink ist reine Nächstenliebe.
Wenn ich bspw. Piwik benutze, so kann ich letztendlich genau das gleiche machen, was auch Google Analytics kann. Und hier wird es dann schon schwieriger das entsprechende JavaScript auszuschalten. Besser noch, Sie können das direkt, wenn es von der gleichen Domain kommt gar nicht so leicht feststellen. Nur das kennt man so nicht, also bietet sich mal wieder Google als Sündenbock an.
Aber was solls? Man kann doch auch bequem alle modernen Techniken einfach ausschalten und sich hinter seinem guten Proxy verstecken. Aha, das will plötzlich dann auch keiner mehr?! Ich verstehe, alles vom Web2.0 haben wollen, in jedem Verzeichnis angemeldet sein, aber natürlich alles schick per Ajax und allen modernen Techniken anzeigen lassen, aber sich über die Konsequenzen nicht im Klaren sein...
Als Fazit: Datenschutz geht auch im Web2.0 ohne Probleme, man muss nur wissen wie. Das nicht jeder das Wissen dazu hat, kann nicht die Schuld des Web2.0 oder generell des Internets sein. Autofahren darf auch nicht jeder, ins Internet aber schon - also muss man sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein. Lasst Google doch einfach gute Produkte entwickeln und jeden selber entscheiden, wie viel er von seinen Daten preisgeben will.