Auch Richtungswechsel in agilen Projekten kosten

Richtungswechsel im Projekt um 180 Grad sind unschön, kommen aber vor. Beim klassischem Projektmanagement schlagen die Requirementsengineers die Hände über dem Kopf zusammen, kommen noch spät gegen Ende nicht geplante Anforderungen, die eine ganz andere Richtung haben. Die agile Welt sieht Änderungen eher gelassen. Kosten Änderungen hier nichts?

Wenn Sie in agilen Projekten unterwegs sind, sind die Richtungswechsel durchaus nicht immer gewollt. Agilität lässt Änderungen bis spät zur Abgabe zu, allerdings können diese auch mit Kosten belegt sein. Hier herrscht leider oft ein Trugschluss bei einigen Betrachtern von außen, die agile Projekte kostengünstiger in Richtungswechseln sehen. Doch machen Sie sich an der Stelle nichts vor, auch ein Richtungswechsel in agilen Projekten kostet etwas.

Betrachten Sie an dieser Stelle einen oder mehrere Sprints. Werden in einem Sprint Produktinkremente erzeugt, die durch den Auftraggeber nicht abgenommen werden (“wir haben es uns anders überlegt”), dann ist auch diese Arbeit in agilen Projekten umsonst1. Um schlimmsten Fall, kann gar nichts aus dem Sprint verwendet werden. Je weiter aber ein Projekt fortschreitet, desto mehr wird diese Entscheidung kosten. Dabei haben agile und klassische Projekte keine großen Unterschiede.

Natürlich haben agile aufgestellte Organisationen wiederum die schnelle Möglichkeit auf solche Änderungen zu reagieren und diese umzusetzen. Doch der entsprechende Aufwand ist in beiden Varianten des Projektmanagements dar. Also kostet ein Richtungswechsel auch etwas in agilen Projekten. Dies mag zunächst zu trivial sein, der Alltag zeigt aber, dass durchaus solche Meinungen vorherrschen.

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Fußnoten
  1. ob das umsonst im Sinne des Lernfaktors war, lässt sich natürlich bestreiten []