So stellen Sie Tailoring am besten dar!
In Prozessverbesserungsmodellen wie der Automotive SPICE® wird ab einem bestimmten Level von dem Tailoring von Prozessen gesprochen. Tailoring von Prozessen bedeutet, einen Standardprozess an bestimmte Projektsituationen anzupassen. Diese Anpassung gilt es sinnvoll und übersichtlich darzustellen, um die Anwendung von Prozessen zu erleichtern und die Akzeptanz dieser zu erhöhen.
Um die Akzeptanz von Prozessaktivitäten zu erhöhen, ist es notwendig, diese für die Anwender einfach darzustellen. Prozesse die zwar ihren Zweck erfüllen, aber nicht für die Anwender verständlich sind, werden wenig akzeptiert. Schaffen Sie es die Prozesse informativ aufzubereiten, dann steigt die Akzeptanz bei den Anwendern. So verhält es sich auch mit dem Tailoring. Wenn Sie Prozesse tailorn, dann ist die Voraussetzung ein Standardprozess, von dem Sie tailorn können. Dieser muss zunächst existieren. Der Ausgangspunkt ist meistens eine Art Workflow der verschiedene Status beschreibt. Innerhalb eines Prozesselements kann dann oft ein gewisser Vorgang ausgetauscht oder weggelassen werden – abhängig von gewissen Kriterien, die erfüllt sein müssen.
Darstellung von Tailoring
Natürlich ist die Darstellung eines Prozesses nicht alles. Aber wie oben beschrieben, ist es in meinen Augen sehr wichtig. Wenn Sie starten, dann kann ich nur empfehlen, die Unterschiede tabellarisch darzustellen. Dazu benötigen Sie auch nicht viel, eine Tabellenkalkulation reicht aus. In dem nachfolgenden Beispiel ist für den Anwender sofort ersichtlich, was der Unterschied zwischen dem Standardprojekt und dem Tailoring des aktuellen Projekts ist.
| Prozessschritt | Standardprozess | Tailoringprozess |
| Eingang | - Ticket muss mit allen Daten vorhanden sein | - Ticket muss vorhanden sein, die Version kann später folgen |
| Schritt 1 | - Die Analyse des Inhalts muss erfolgen | - Die Analyse des Inhalts muss nur hinsichtlich ASIL erfolgen |
| Schritt 2 | … | … |
| Schritt n | … | … |
| Ausgang | … | … |
Natürlich haben Sie so keine Integration in bestehende Toolumgebungen, aber das soll hier auch nicht das Thema sein. Wichtig ist eine übersichtliche und einfache Darstellung für den Anwender. Entscheidend ist es auch zu erkennen und zu definieren, wann ein Projekt getailort werden kann und wann nicht.
Tailoringtabellen
Tailoringtabellen bieten sich an, die unterschiedliche Projekttypen definieren. Um diese Unterschiede zu definieren, muss ein Kriterium vorliegen, welches nachvollziehbar und bestimmbar ist. So könnten Sie bspw. eine Berechnungsgrundlage definieren, die einen bestimmten Wert erzeugt, der eine Klassifizierung ermöglicht.
| Projekttyp 1 | Projekttyp 2 | |
| Prozesselement 1 | Pflicht | Optional |
| Prozesselement 2 | Pflicht | Pflicht |
| Prozesselement 3 | Optional | Pflicht |
| Prozesselement 4 | Optional | Pflicht |
Die obige Tabelle wäre ein mögliches Beispiel um eine Definition der Standard- und Tailorelemente darzustellen.
Darstellung von Tailoring im Tool
Wenn Sie bereits Tools einsetzen, haben Sie wahrscheinlich wenig Möglichkeiten das Tailoring im Aussehen anzupassen. Oft sind die Workflows durch die Toolhersteller bereits vorgegeben. Häufig existiert auch eine Steuerung der Workflows nach bestimmten Kriterium und der Anwender bekommt gleich den passenden Workflow für das Tailoring präsentiert.
Hier können Sie trotzdem eine einfache Übersicht in obiger Form für die Anwender bereitstellen. Nutzen Sie noch keine Tools, sollten Sie auf eine gute visuelle Umsetzung des Tailoring achten. Auch Open Source Software wie das Eclipse Process Framework ermöglicht hier gute Darstellungen.
Stellen Sie sicher, dass die Anwender den Standard- und Tailorprozess kennen.
Fazit
Welchen Weg Sie auch gehen, stellen Sie sich zu jedem Zeitpunkt im Workflow die Frage : “Was ist im aktuellen Schritt Tailoring und was nicht?”. Die Unterschiede sollten schnell und problemlos gezeigt werden können. Achten Sie besonders auf die Einfachheit.
The do’s and don’ts
Dos …
…and don’ts







