Software FMEA

In diesem Beitrag gehe ich auf einige Kritikpunkte ein, die bei der Erstellung einer FMEA auftreten können. Dabei wird nachher noch eine Aussicht auf Normierungen und Verwendung der FMEA kurz eingegangen.

Wer die anderen Beiträge zur FMEA schon gelesen hat, der wird vielleicht auch schon auf einige Kritikpunkte gestoßen sein. Wenn man in die anderen Artikel aufmerksam liest, stellt man fest, dass sich viel bei der FMEA auf menschlichen Input bezieht. Das ist prinzipiell nichts problematisches, allerdings sind Menschen auch recht verschieden durch ihre Erfahrungen und das Wissen.

Ich stelle mal einfach die Behauptung auf, dass bei der Erstellung einer FMEA  ein Team A von etwa gleichwertigen Experten zu einem anderen Ergebnis kommt, als Team B, welches in etwa auch über den gleichen Expertenwissensstand verfügt. Woran liegt das genau?

  1. Den Sichtweisen. Jeder Experte beurteilt in einer bestimmten Richtung etwas anders. Durch die entsprechende Multiplikation der Faktoren können so die Fehlerbilder unterschiedlich bewertet werden und in der RPZ rutschen oder steigen. So sehen unterschiedliche Personen andere Themen als Risiken oder nicht (etwas überspitzt ausgedrückt).
  2. Dem “informellen” Input. Was genau ist denn der Input für die FMEA? Das ist gar nicht so einfach und leicht zu beschreiben. Da kann es Dokumente geben. Diese Dokumente sind aber i.d.R. nicht genormt oder haben ein definiertes Format. Das macht ein objektives Bewerten auch nicht einfach.
  3. Unterschiedliches Vorgehen. Es gibt Tools von Herstellern, die eine eigene Note oder ein bestimmtes präferiertes Verfahren etablieren wollen. Andere nutzen ein einfaches “manuelles” Vorgehen.

Man kann sehen, dass es innerhalb der FMEA durchaus Unterschiede gibt. Das ist auf der einen Seite gut und passt damit auch irgendwo in den WAS Kontext von Prozessverbesserungsmodellen (obwohl aus der Sicht FMEA natürlich schon wieder das WIE ist) da es direkt in der FMEA Unterschiede geben kann, die man tailorn und anpassen kann.

Die Frage, die sich mir stellt, ob es an der Stelle nicht eine Art Normierung einer FMEA gibt oder geben kann. Es sind in der Richtung Versuche im Verband der Automobilindustrie (VDA) entstanden und auch mit QS-9000 FMEA verabschiedet worden. Die meisten sind aber keine reinen Software FMEAs. Das ist an der Stelle noch mal hervorzuheben.

Trotz alledem ist die FMEA immer wichtig, denn ein nicht zu unterschätzender Vorteil liegt einfach darin, dass man sich mit der Thematik zunächst überhaupt auseinandersetzt. Das wird oft schon nicht getan. Die so entwickelten Themen sind zumindestens schon mal nicht unwichtig, da man drüber geredet hat und diese damit auch erkannt hat.

Wie man in der ISO 9000, VDA 6.1, ISO 16949 und ISO 15504 sehen kann ist das Thema präsent und als Mittel nicht wegzudenken.

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